Digitalisierungs-Blog für KMU

Als KMU Automatisierung und KI nutzen - trotz begrenzter Ressourcen

Geschrieben von Christoph Bürgi | 07.08.2025

Auf der einen Seite bieten diese Technologien enorme Chancen – von der Optimierung interner Prozesse über die Verbesserung der Kundenkommunikation bis hin zur Erschliessung völlig neuer Geschäftsmodelle. Auf der anderen Seite stehen KMU oft vor besonderen Herausforderungen: begrenzte Ressourcen, Fachkräftemangel und das nötige Know-how, um die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten.

 

In der Schweiz zeigt eine aktuelle Befragung, dass rund die Hälfte der Unternehmen Potenzial im Einsatz von KI sieht. Trotzdem nutzen nur etwa 9 % der befragten Unternehmen KI systematisch – vor allem in Bereichen wie IT, Marketing, Vertrieb und Kundenservice. Das zeigt, dass viele Unternehmen zwar den Nutzen von KI erkennen, aber noch zögern, konkrete Schritte zu gehen.

Grossunternehmen haben oft mehr Mittel, um solche Technologien umfassend einzuführen. KMU hingegen müssen mit kreativen und flexiblen Lösungen arbeiten, um im Wettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren. Dabei geht es nicht nur darum, mit der schnellen technologischen Entwicklung mitzuhalten, sondern auch darum, bewährte Stärken in die digitale Zukunft zu übertragen.

Wie können KMU also ihre traditionellen Stärken mit neuen Technologien verbinden und den vollen Nutzen aus Automatisierung und künstlicher Intelligenz ziehen?

Was ist Künstliche Intelligenz (KI)?

Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet Technologien, die darauf ausgelegt sind, Aufgaben zu übernehmen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern. Dazu gehören das Erkennen von Mustern, das Treffen von Entscheidungen, das Lösen komplexer Probleme und das Lernen aus Erfahrungen. Im Gegensatz zu klassischen Softwarelösungen, die starr nach festgelegten Regeln arbeiten, kann KI flexibel auf neue Informationen reagieren, sich anpassen und kontinuierlich dazulernen.

Im Kern basiert KI auf der Analyse grosser Datenmengen, aus denen sie Zusammenhänge erkennt, Prognosen ableitet und eigenständig Optimierungen vornimmt. Dieser datengetriebene Ansatz macht KI zu einem leistungsstarken Werkzeug, das in der Lage ist, Prozesse effizienter zu gestalten und fundierte Entscheidungen zu unterstützen.

KI ist somit nicht nur ein technologisches Konzept, sondern ein strategischer Baustein für Unternehmen, die ihre Zukunft aktiv gestalten wollen.

Warum jedes KMU KI-Potenziale identifizieren sollte

Künstliche Intelligenz (KI) bietet KMU unendliche Möglichkeiten – das ist längst kein Geheimnis mehr. Doch was bedeutet das konkret? Welche Vorteile ergeben sich im Geschäftsalltag, und warum gilt KI als entscheidender Treiber für nachhaltiges Wachstum?

 

Arbeitserleichterung durch Automatisierung von Routinetätigkeiten

Einer der grössten Vorteile von KI liegt in der Automatisierung wiederkehrender Aufgaben. Tätigkeiten wie das Verarbeiten von E-Mails, das Erstellen von Berichten oder die Verwaltung von Terminen binden wertvolle Ressourcen, die an anderer Stelle effizienter eingesetzt werden könnten. KI-basierte Tools übernehmen diese Aufgaben mühelos, sodass Mitarbeitende sich auf strategische und kreative Prozesse konzentrieren können. Dies steigert nicht nur die Produktivität, sondern auch die Zufriedenheit der Teams, da monotone Tätigkeiten reduziert werden.

Kostensenkung und effizientere Ressourcennutzung

Automatisierung bedeutet nicht nur Zeitersparnis, sondern auch direkte Kostenvorteile. Durch den Einsatz von KI können Prozesse optimiert, Fehler minimiert und der Bedarf an manuellen Eingriffen reduziert werden. Unternehmen sparen somit nicht nur bei den Betriebskosten, sondern gewinnen Spielraum für Investitionen in Innovation und Wachstum. Gleichzeitig ermöglicht der gezielte Einsatz von Ressourcen eine höhere Effizienz – ein klarer Vorteil für KMU, die oft mit begrenzten Budgets arbeiten.

Verbesserung der Kundenkommunikation

KI-basierte Lösungen wie Chatbots oder automatisierte CRM-Systeme revolutionieren die Art und Weise, wie Unternehmen mit Kunden interagieren. Sie ermöglichen eine personalisierte, schnelle und rund um die Uhr verfügbare Kommunikation. Dies steigert nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern verbessert auch die Kundenbindung. Unternehmen können so ihre Services skalieren, ohne dass der persönliche Kontakt auf der Strecke bleibt.

Fundierte Entscheidungen dank datenbasierter Insights

KI kann riesige Datenmengen in kürzester Zeit analysieren und daraus wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Für KMU bedeutet das: fundiertere Entscheidungen, basierend auf präzisen Analysen von Markttrends, Kundenverhalten oder internen Prozessen. Risiken lassen sich frühzeitig erkennen, Chancen gezielt nutzen. Statt auf Bauchgefühl zu setzen, wird das Unternehmen datengetrieben gesteuert – ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Ob es um die Verbesserung interner Abläufe, die Kostensenkung oder einen direkteren Draht zu Kunden geht – KI und Automatisierung haben das Potenzial, KMU massgeblich voranzubringen. 

Herausforderungen bei der KI-Einführung für KMU

Künstliche Intelligenz (KI) bietet KMU enorme Chancen, doch der Weg von der Theorie zur erfolgreichen Implementierung ist oft mit Hürden verbunden. KMU stehen vor besonderen Herausforderungen, die sich von den Bedingungen grosser Unternehmen deutlich unterscheiden. Diese Hindernisse reichen von technischen über organisatorische bis hin zu kulturellen und finanziellen Aspekten. Um das volle Potenzial von KI auszuschöpfen, ist es entscheidend, diese Herausforderungen zu kennen und ihnen mit gezielten Strategien zu begegnen.

Fehlende Datenbasis und unzureichende Datenqualität

KI lebt von Daten. Viele KMU verfügen jedoch nicht über die notwendige Datenbasis oder haben Schwierigkeiten, qualitativ hochwertige Daten zu generieren. Insbesondere Unternehmen mit geringerem Digitalisierungsgrad stehen vor der Herausforderung, relevante Daten strukturiert zu erfassen und für KI-Anwendungen nutzbar zu machen.

Lösung:

  • Aufbau einer soliden Dateninfrastruktur
  • Nutzung von Data Augmentation-Techniken zur Erweiterung bestehender Datensätze
  • Integration von KI-as-a-Service-Lösungen für spezifische Anwendungsfälle

Mangelndes Know-how und Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel im Bereich KI ist eine der grössten Hürden, insbesondere für KMU, die im Wettbewerb mit grossen Unternehmen um Talente stehen. Fehlendes internes Know-how erschwert es, KI-Projekte zu initiieren, zu steuern und langfristig zu betreiben.

Lösung:

  • Weiterbildung bestehender Mitarbeitender durch gezielte Trainings und Workshops
  • Zusammenarbeit mit externen Experten, Technologiepartnern oder Beratungsfirmen
  • Nutzung von Förderprogrammen zur Unterstützung von Qualifizierungsmassnahmen

Hohe Investitionskosten und unklare Amortisation

Die Implementierung von KI-Technologien kann mit erheblichen Anfangsinvestitionen verbunden sein – sei es in Form von Software, Hardware oder Personalressourcen. Für viele KMU ist es schwierig, den Return on Investment (ROI) im Vorfeld genau abzuschätzen, was zu Unsicherheiten führt.

Lösung:

  • Start mit kleinen Pilotprojekten, um den Nutzen messbar zu machen
  • Fokussierung auf Quick-Wins, die schnell greifbare Ergebnisse liefern
  • Entwicklung klarer KPIs zur Erfolgsmessung von KI-Initiativen

Kulturelle Barrieren und Akzeptanzprobleme

Oft sind es nicht die technischen, sondern die kulturellen Barrieren, die den Erfolg von KI-Projekten gefährden. Unsicherheiten, Ängste vor Arbeitsplatzverlust und mangelndes Verständnis für die Technologie können den Widerstand der Mitarbeitenden fördern.

Lösung:

  • Frühzeitige Einbindung der Mitarbeitenden in den KI-Transformationsprozess
  • Offene Kommunikation über Ziele, Chancen und Veränderungen
  • Etablierung einer Lernkultur, die Fehler als Teil des Innovationsprozesses versteht

Datenschutz- und Sicherheitsbedenken

Insbesondere im Umgang mit sensiblen Daten stossen KMU schnell an rechtliche und ethische Grenzen. Strenge Datenschutzrichtlinien (wie die DSGVO) sowie Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit erfordern besondere Aufmerksamkeit.

Lösung:

  • Implementierung von Datenschutzrichtlinien und Compliance-Standards
  • Integration von IT-Sicherheitsmassnahmen zur Absicherung von Daten
  • Schulung der Mitarbeitenden im sicheren Umgang mit KI-Systemen

Fehlende strategische Ausrichtung

Viele Unternehmen setzen KI punktuell ein, ohne eine klare Gesamtstrategie zu verfolgen. Das führt oft zu isolierten Insellösungen, die nicht skalierbar sind oder sich nicht in bestehende Geschäftsprozesse integrieren lassen.

Lösung:

  • Entwicklung einer unternehmensweiten KI-Strategie, die auf die Geschäftsziele abgestimmt ist
  • Identifikation von „Sweet Spots“ – Bereichen, in denen KI den grössten Mehrwert schafft
  • Regelmässige Evaluierung der KI-Projekte zur Optimierung und Skalierung

Die Einführung von KI im KMU ist eine komplexe Aufgabe, die strategisches Denken, technische Kompetenz und kulturellen Wandel erfordert. Unternehmen, die diese Herausforderungen proaktiv angehen, schaffen die Grundlage für nachhaltigen Erfolg in der digitalen Zukunft.

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